Vorratsdatenspeicherung - Hipp hipp hurra, wir kontrollieren den Bürger!

Meine Meinung von der Vorratsdatenspeicherung ist äußert... negativ könnte man es nennen. In erster Linie frage ich mich: Wovor hat der Staat Angst?

Wenn der Staat wissen will was seine Bürger tun, jeden Schritt zurück verfolgen kann, haben wir definitiv den gläsernen Bürger. Aber wozu will der Staat ihn haben?

Zur Prävention von Straftaten und zur Beweisführung. Durchaus verständliches Argument. Dennoch bleibt die Frage; ab wann darf in die Daten eingegriffen werden? Wenn jemand im Scherz sagt "die hüpft aber rum, wie auf Speed." dann könnte er ja schon ein potenzieller Drogendealer sein und auf seine Daten könnte zugegriffen werden.

Natürlich kommt der Satz "Wer nichts zu verbergen hat..." in vielen Köpfen der Menschen vor. Aber JEDER hat etwas zu verbergen. Wenn man im Internet verstärkt auf pornographischen Seiten surft, möchte man dies sicher nicht an die große Glocke hängen. Vor allem nicht, wenn der Nachbar (oder noch schlimmer: Die eigene Frau!) in der Zentrale der Daten arbeitet.

Jeder hat Jugendsünden, macht peinliche Aussagen am Telefon oder hat Gewohnheiten, die einfach privat bleiben sollen.

Und wenn darauf willkürlich zugegriffen werden kann, haben sitzen wir quasi in einer gläsernen Latrine vor einer großen Meute Schaulustiger.

Außerdem fragt sich, was passiert, wenn auf den persönlichen PC zugegriffen werden kann. Spielstände, und Spielgewohnheiten könntne genauso eingesehen werden wie Lebensläufe, Privatfotos, Geschäftsdaten und viel mehr.

Damit kontrolliert der Staat nicht nur Bürger sondern auch Teile der wirtschaft, denn was geht heutzutage in der Geschäftswelt noch ohne Computer und Telefon. Würden diese nicht überwacht werden, bräuchen Schwerverbrechner nur über zwei Geschäftstelefone miteinander reden und schon wäre alles für die Katz.

Gäbe es diese Vorratsdatenspeicherung, würden sicherlich mehr als 9 Leute die genaue Rezeptur des Heinzketchups kennen.

Sicher ist es schwer abzuwiegen, was nun wichtiger ist: Straftaten aufklären und verhindern oder die persönliche Freiheit?

Aber die Frage der Realisierbarkeit stellt sich doch auch. Wo soll all das gespeichert werden? Wie viele Stunden pro Tag surfen wir im Internet oder Telefonieren? Rechnen sie das auf jeden Bundesbürger hoch. Da müsste der Staats schon ordentlich Geld ausgeben um die Hardware zu finanzieren. Und Geld hat Vater Staat ja bekanntlich nie. Allerdings würde er dadurch vielleicht eine Hand voll Arbeitsplätze schaffen. Wow. Könnte man das mit Investionen in die Wirtschaft nicht auch?

Und vor allem, WER hat WANN einsicht in die Daten? Nur die Kripo und der Geheimdienst bei konkreten Verdacht oder kann einfach Hans Wurst um die Ecke gelaufen kommen und ein bisschen im Privatleben von andern Leuten stöbern, wenn es ihm beliebt?

 

Fragen über Fragen.

8.2.07 12:43

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