Aufregung des Tages

Ich sage nur ein Wort:

Killerspiele 


Abgesehen von der Umsetzungsfähigkeit dieses "brillianten" Vorschlags zum Thema Killerspielverbot frage ich mich, wie sehr man den Bürger kontrollieren will. Wenn Final Fantasy schon als Killerspiel gilt, dann gute Nacht. Dann kan man VERDAMMT viele Videospiele vom Markt nehmen.

Wären die Spiele verboten, bekäme man sie trotzdem aus dem Internet und das wäre eine doppelte Kriminalisierung des illegalen Downloadens. Einmal die Urheberrechtsverletzung und dann der Besitz des Killerspiels.


Mich würde eine offizielle Definition des Begriffs definieren. Sehr interesseant zu lesen ist auch der §131 StGB.

http://dejure.org/gesetze/StGB/131.html

Gewaltverherrlichende Spiele sind schon verboten und zwar schon lange. 

Weiterhin sollte man überdenken, wie die Jugendlichen überhaupt objektiv ihe Tat umsetzen konnten. Wie sind die Minderjährigen an Waffen gekommen? Wer hat ihnen gezeigt, wie man die Patronen richtig einsetzt, ihnen die Übung darin verschafft und ihnen die Gewalt der Rückstoßwirkung klargemacht?

Das waren sie selbst und zwar lange bevor die Tat geschah. Wie kommen bitte nun zwei Minderjährige an Waffen und können damit in den Wald gehen und tun und lassen, was sie wollen? Schon dort hätten sie (ob gewollt oder nicht) einen Jogger erschießen können. Dieses war die Realität, in der die Jungen es geschafft haben an Waffen zu kommen und ihre "Kriegsspielchen" gespielt haben.

Außerdem sollte der Jugendschutz doch einmal richtig umgesetzt werden. Jeder 12jährige kann in ein Kaufhaus gehen und sich ein Spiel oder Film mit der Altersbeschränkung "ab 18" kaufen. Zur Not fälscht man die Unterschrift von Mami oder Papi und spätestens dann darf man das.

Außerdem sind diese Spiele nicht die einzigen Auslöser für Gewalt an deutschen Schulen und Vereinsamung/Verdummung der deutschen Jugend, die Politiker so gerne anprangern.

Etwas soziale Verantwortung haben auch die Eltern, die ihren Kindenr immer früher PC, Fernseher und eine Playstation kaufen. Kann man Kinder nicht "von Anfang an" in einen Sportverein schicken, wenn sie noch klein sind? Sind andere Interessen es nicht würdig gefördert zu werden? Wenn man sich die Kürzungen im Bildungsystem ansieht nicht.

Natürlich hat der Staat wenig Geld, aber vielleicht sollte man das Gehalt, dass Abgeordnete verdienen während sie über das Thema "Killerspiele" verdienen lieber in andere Dinge investsieren. Wie zum Beispiel mehr (Vertrauens)lehrer, Pädagogen, Schulpsychologen oder Arbeitsgemeinschaften.

Die Lehrer sind keine Oktopusse mit 8 Armen und mehreren Hirnen.

Außerdem müssen Eltern immer länger arbeiten und werden bequem. Sie "parken " ihre Kinder regelrecht vor der Konsole, damit sie ruhig gestellt sind und beschweren sich dann Jahre später, dass sie nur vor der Mattscheibe sitzen.

Das geht doch einfach nicht. Da schneiden sich die Eltern in ihr eigenes Fleisch. Nebenbei gesagt... Wenn ein Mensch nicht versteht, dass andere Menschen Gefühle und Rechte haben oder diese einfach nicht respektieren will, dann ist doch wohl definitiv etwas falsch gelaufen was die Erziehung angeht.

 Ich kenne einen Killerspielspieler. Genaugenommen bin ich seit fast 2 Jahren mit ihm zusammen. Er fährt einmal im Jahr als ehrenamtlicher Betreuer in ein Kirchnezeltlager ohne selbst gläubig zu sein, ist Sportaucher (und aktiv in einem Verein), leitet eine Computer AG für 5Klässler in seiner Schule und wird bald Informatik studieren. Aber natürlich muss ich Angst vor ihm haben, da er Killerspiele spielt.

Außerdem ist mein Bruder auch Killerspielspieler.

Ich lebe allerdings noch. Seine Schule auch noch. Erstaunlich.

Killerspiele mögen ein Puzzleteil eines ganzen sein und das Gewaltpotenzial  fördern. Dem gebe ich Recht. Trotzdem sollte man bedenken, dass es nur ein Faktor ist und die anderen Faktoren langfrisitg definitiv wichtiger sind. Bildung, Erziehung, Betreuung, Preväention, wer braucht das schon verbessern, wenn man mit einem Verbot das Problem kurzfristig aufschieben kann? Außerdem sollten solche Spiele nicht in die Hände von Jugendlichen geraten. Zumindest den Schutz beim Verkauf könnte man verschärfen. Übers Internet und über große Brüder verbreiten sie sich zwar trotzdem, aber dafür ist immerhin soziale Interaktion nötig. Selbst damit würde der Staat indirekt der Vereinsamung der Jugendlichen vorbeugen.

Die Diskussion ist nur entbrannt um die Medien und Bevölkerung zu beruihgen. Ich halte ein (überstürztes) Verbot für Unsinnig und einen unnötigen Eingriff in die Persönliche Freiheit.

Oh und die Gamestar hat nen lustigen Aufruf gemacht.
http://download.gamestar.de/public/26800/26821/Brief.pdf
Ich werde diesen Zettel ausdrucken und Abschicken.

 

Abgesehen davon haben Computerspiele teilweise auch pädagogische Wirkung. Das wird gerne vergessen. Nicht jede CD oder DVD enthält ein potenzielles Gemetzel. Es gibt Lernsoftware speziell auf die Altersgruppen zugeschnitten und das Angebot ist sehr sehr breit.

An Simulationen lassen sich virtuell Patzer in der Realität vermeiden. Das dachten sich wohl auch die Jungs, die am elften September ein Flugzeug in das WTC geflogen haben. Microsoft hat den Simulator zwar vom Markt genommen, aber werden deswegen jetzt keine Piloten mehr mit Software ausgebildet und kriegen sie keine Übungsstunden im Simulator mehr? Flugsimulationen gibt es immer noch zu kaufen.

Es ist nicht die Software, die Böses plant, vorbereitet und ausführt. Das ist der Köpf und der Körper vor dem Bildschirm.

Das sollte man bedenken. Wenn der Staat die Köpfe seiner Bundesrepublik für nicht mündig hält keine Bluttaten zu begehen, werde ich auswandern.

 

http://www.youtube.com/watch?v=Z8UyWK-j5eE

8.2.07 00:45

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